Validität bei der Einstellungsentscheidung
Wie valide (treffsicher) sind die üblichen Maßnahmen um herauszufinden ob ein Bewerber auch der Richtige für den Job ist? Der Richtige ist er dann, wenn er in dem ihm aufgetragene Aufgabe erfolgreich ist und der Bewerber mit der Aufgabe auch zufrieden ist d.h. nicht kündigt oder sich um eine neue Aufgabe bemüht denn das verursacht wieder Such, Einstellungs- und Ausfallkosten. Im Zentrum des Recruiting-Prozesses steht also die Eignungsvorhersage die der Personalbeauftragte mit der Fachabteilung trifft. Das Maß für die Validität (Treffsicherheit) ist der Korrelationskoeffizient „r“ der Werte zwischen 0 und 1 annehmen kann und die Stärke des Zusammenhangs zwischen Eignungsvorhersage und tatsächliche Eignung misst. Eine 100%-Treffsicherheit entspricht 1, einfach würfeln (Zufall) entspricht 0.
Studien liefern folgende Zusammenhangswerte:
- Assessment-Center-Fachleute: r = 0,4 – 0,7 1
- Assessment-Center-Nichtfachleute: r = 0,25 – 0,35 1
- Freie Vorstellungsinterviews: r = 0,0 – 0,3 1
Viele Unternehmen (gerade im Mittelstand) setzen immer noch lediglich auf Vorstellungsinterviews und haben damit, rein statistisch gesehen, kaum eine signifikant höhere Treffsicherheit als ein Würfel.
1 Kolb, S. 125
Literatur: Kolb, M. (2008): Personalmanagement: Grundlagen – Anwendung – Umsetzung, 1. Auflage, Wiesbaden 2008.